Walk the line: eine mysteriöse Linie in Berlin Neukölln (Update)

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In Berlin Neukölln ist lialo Community Manager Stefan auf etwas sehr Merkwürdiges gestoßen: Eine ca. zwei Kilometer lange Linie, die quer durch den Kiez verläuft. Nicht gesprayt, gemalt oder geklebt, sondern richtig in den Asphalt hineingefräst. Wer kennt diese Linie noch? Und wer hat sie gemacht? Aus welchem Grund? Ob sie wohl eine tiefergehende Bedeutung hat?

Sowas ist ja genau unser Ding!

lialo liebt ja kuriose Sachen und Geschichten, die eben noch nicht jeder kennt und die trotzdem für alle sichtbar sind. Diese Linie durch Neukölln ist allerdings selbst für uns echt speziell. Denn man findet absolut nichts dazu! Außer einer alten Geocache Dose, die aber keine Antwort gibt, sondern eher mehr Fragen aufwirft. Niemand weiß ansonsten etwas darüber. Dabei muss sie mit wirklich schwerem Gerät in teils Asphalt, teils Kopfsteinpflaster hineingefräst worden sein. Das muss Lärm gemacht haben. Und dürfte länger als ein paar Minuten gedauert haben. Es kann doch nicht sein, dass das niemand mitbekommen hat? Mitten auf dem Gehweg, mitten in Berlin…

Wir haben uns bereits beim Bezirksamt Neukölln erkundigt: Hier ist die Linie oder technisch besser gesagt „Nut“ tatsächlich auch schon aufgefallen. Allerdings kann sich das Team rund um Bezirksbürgermeister Martin Hikel auch keinen Reim darauf machen, was es damit auf sich hat und wer sie verursacht hat. Es heißt nur, dass es sie wohl schon mindestens acht Jahre gibt und auch hier im Amt schon darüber gerätselt wurde.  

Tja, was machen wir jetzt damit?

In jedem Fall nicht nur Achselzucken nach Berliner Manier 🤷. Frei nach dem Motto „Wenn diese Linie keinen Sinn hat, geben wir ihr einen“, hat Stefan entlang ihres Verlaufs eine lialo Tour geschrieben. Wie die Tour heißen soll, war schnell klar: Walk the line. Wie auch sonst?!

Los geht’s an der Bushaltestelle Weisestraße, ihren Endpunkt hat sie in der Emser Straße vor Hausnummer 18. Denn hier ist die Linie zu Ende – einfach so. Dazwischen hat Stefan – immer entlang der Linie – insgesamt 14 Stopps eingebaut und zeigt uns Kiezkneipen, ein echtes Showgirl des 19. Jahrhunderts, verschiedene Stadtteilprojekte sowie Kunstgalerien und bietet uns einen Ausflug auf das Tempelhofer Feld an. Als Highlight hat Stefan die Tour mit einem Soundtrack versehen. Dieser besteht aus nur einem Song. Welchem wohl? Ihr ahnt es… Wie gut, dass der Johnny-Cash-Klassiker so oft gecovert wurde 😉

Aufruf

Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wie die mysteriöse Linie nach Neukölln gekommen ist. Deswegen verbinden wir diesen Blogpost mit einem Aufruf 📣

Helft uns das Rätsel um die Linie zu lösen.
Wir möchten unbedingt erfahren, was dahintersteckt 🕵️

Und für alle, die wir jetzt neugierig gemacht haben, seht euch die Linie selbst an, auch wenn es ein Mysterium bleiben sollte, ihr gehört dann zu den Eingeweihten, während alle anderen einfach nur darüber hinweglaufen.

Die Tour ist auch auf Englisch verfügbar.

Walk the Line Berlin Neukölln Stadtführung
5,00 €

Walk the Line Berlin Neukölln

4.6
(73 Bewertungen)
Nutzer*in Gast schreibt: Tolle Tour! Schöner Full Circle Moment, da die Tour beim neuen Syndikat endet! Sehr empfehlenswert

Updates

07.04.2022, 21:51 Uhr

Der Berliner Kurier berichtet: In den Asphalt gefräst, Walk the Line in Neukölln – durch den Schillerkiez zieht sich seit Jahren eine mysteriöse Spur.
Demnach muss der „geheimnisvolle Fräser von Neukölln“ auch keine Strafe fürchten, würde er sich jetzt melden.

08.04.2022, 11:40 Uhr

Wir haben tatsächlich den ersten Augenzeugen der Aktion! Vor etwa 10 Jahren fräste jemand tagsüber und lautstark mit einer rollbaren Maschine durch die Weisestraße. Alle dachten es geht um Kabelverlegung oder ähnliches, doch dann passierte nichts weiter, was schon damals einigen Anwohnern auffiel und zu Spekulationen führte. Es bleibt spannend!

08.04.2022, 21:57 Uhr

Ein weiterer Augenzeuge hat sich gemeldet: „Das waren Bauarbeiter, die eine laufende Asphalt-/Betonsäge da lang gefahren haben und das Sägeblatt dabei für einen Transport etwas zu tief eingestellt hatten. […] Wenn ich jetzt nochmal drüber nachdenke: Wurde die Maschine vielleicht geklaut? So richtig nach Bauarbeitern sahen die beiden Männer nicht aus. Das würde auch den stümperhaften Umgang mit dem Gerät erklären.“
Nun wissen wir immer mehr über das Wie, aber bleiben gespannt auf das Warum!

12.04.2022, 10:00 Uhr

Der Berlinreporter Christian Fuchs des Berliner Rundfunk 91.4 berichtet im laufenden Programm und in einer Instagram Story über die Linie.

13.04.2022, 16:04 Uhr

Masha Slawinski stellt im Tagesspiegel Leute Newsletter Neukölln ein paar lustige Theorien über die „Mysteriöse Linie durch den Schillerkiez“ auf.

14.04.2022, 13:55 Uhr

Der Berliner Kurier bleibt am Thema dran: Walk the Line in Neukölln: Neue Hinweise zur mysteriösen Linie auf dem Asphalt im Schillerkiez.

19.04.2022, 09:00 Uhr

Großer Artikel in der heutigen Druckausgabe des Berliner Kurier: „Akte X in Neukölln – KURIER folgt der mysteriösen Linie im Schillerkiez“.

20.04.2022, 12:55 Uhr

Im heutigen Tagesspiegel Leute Newsletter Neukölln ist ein schönes Interview mit Stefan zum Thema erschienen. Darin äußert sich auch Christopher Dathe, Sprecher vom Bezirksamt Neukölln: „Die Kolleg:innen kennen die Einfräsung schon seit vielen Jahren. Sie zieht sich vom Schillerkiez bis in die Emser Straße und muss sicherlich mit einem Gerät hergestellt worden sein, das dabei alles andere als leise gewesen ist. Konkreteres als die Menschen von der „Walk the Line“-Tour können wir also auch nicht mitteilen. Wir wünschen viel Erfolg bei der Aufklärung, wobei natürlich auch das Mysterium seinen Reiz hat.“.
Danke, wir bleiben dran!

25.04.2022

Claudia H. schreibt uns über Facebook:

Hallo Stefan, ich habe gerade deinen Bericht im Berliner Kurier, über die Neuköllner Fräsrille gelesen. Ich habe zu dieser Zeit dort gewohnt. Ich denke es sind locker 10 bis 12 Jahre her vielleicht auch ein paar Tage mehr. Ich hörte sie schon am Herrfurthplatz es muss vor 15 Uhr gewesen sein. Die Maschine war sehr, SEHR laut, ich bog in die Weisestraße ein und sah woher der Krach kam. Ein Mann schob/fuhr eine Maschine. Daran war eine Art Eisenstift der über den Boden schliff und dabei hinterließ er diese Fräsrille. Ich dachte damals das wären die nächsten Markierung für weitere Bauarbeiten an den Rohren/Leitungen. So viele Jahre später weiß ich leider nicht mehr ob es die selbe zeit war in der im Schillerkiez viele Straßen wegen den Rohren aufgerissen wurden sind. Nachdem dann nix passiert ist, habe ich mir oft die Frage gestellt ob das ein ‚Ausversehen‘ gewesen ist. Sowie: Upps ich habe auf dem Heimweg Ausversehen vergessen meine Fräse hochzumachen. Mehr weiß ich leider auch nicht darüber bin aber gespannt was du rausbekommst…

01.05.2022 – Die Antwort auf das „Warum?“!

Stefan bekommt eine Nachricht über Instagram: Eine Informantin, die nicht genannt werden möchte, schickt ihm einen Link. Der führt zur Webseite der Neuköllner Krome-Galerie, die es schon nicht mehr gibt. Auf der Website sind aber noch alle Ausstellungen gelistet. Demnach gab es vom 20. März bis zum 5. April 2012 eine Gruppenausstellung mit dem Titel PPP. Es ist u.a. ein Foto eines Berliner Pflastersteins mit einer Kerbe zu sehen. Daneben die Skizze eines Weges. Der Verlauf der „Linie“, von der Flughafenstraße bis fast zum U-Bahnhof Hermannstraße. Der Künstler: Mickaël Marchand. Sofort beginnt Stefan nach Informationen zum Künstler zu suchen. Er schreibt Nachrichten an die Galerie und an Mickaël Marchand selber. Aber leider bisher ohne Antwort.

Wir freuen uns, das Rätsel gemeinsam mit euch gelöst zu haben und vielleicht ergibt sich ja bei Gelegenheit doch noch mal die Möglichkeit den Künstler Mickaël Marchand zu sprechen.

05.05.2022, 13:52 Uhr

Der Berliner Kurier bringt die Auflösung: Walk the Line in Neukölln: Das Rätsel um die mysteriöse Linie im Schillerkiez ist gelöst.

09.05.2022

Berliner Zeitung: Das Linien-Rätsel ist gelöst

24.05.2022

rbb Fernsehen, punkt 3: Andree war mit einem Kamerateam des rbb in Neukölln unterwegs und informiert im Interview über die Linie und ihren Ursprung.


Walk the line eine mysteriöse Linie in Berlin Neukölln 3
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