Worms: Nibelungen, Luther und der Kaiserdom am Rhein
Willkommen in Worms! Hier stehst du an Orten, die du aus Sagen und Geschichten kennst. Am Rheinufer soll Hagen den Nibelungenschatz versenkt haben. Nur wenige Schritte vom romanischen Kaiserdom entfernt weigerte sich Martin Luther 1521, vor dem Kaiser zu widerrufen. Was du bisher nur aus Büchern und Erzählungen kanntest, siehst du hier mit eigenen Augen.
Dabei ist Worms angenehm überschaubar. Dom, Lutherdenkmal und Marktplatz liegen so nah beieinander, dass du sie an einem Tag entspannt zu Fuß verbindest, mit Pausen für ein Glas rheinhessischen Wein oder einem Abstecher ans Rheinufer. Wer genauer hinschaut, entdeckt dazwischen kleine Details, an denen die meisten vorbeilaufen, etwa die Frauenfiguren am Lutherdenkmal. So wird aus einem Stadtbummel eine Reise durch 2000 Jahre Geschichte, ganz in deinem Tempo.
Hilfreiche Tipps für die Stadt
Warum heißt Worms Nibelungenstadt?
Was geschah 1521 beim Reichstag zu Worms?
Kann man Worms auf eigene Faust erkunden?
Worms Sehenswürdigkeiten: Viele Details, die überraschen
In der Altstadt lohnt sich der zweite Blick. Auf diese Orte solltest du bei deinem Besuch achten:
🧐 Wormser Dom St. Peter: Das Wahrzeichen der Stadt ist romanisch, der Hochaltar im Inneren stammt aber aus dem Barock und wurde von Balthasar Neumann entworfen. Vor dem Domportal spielt eine der berühmtesten Szenen des Nibelungenlieds: Kriemhild und Brünhild streiten darüber, wer zuerst die Kirche betreten darf. Was hat Kriemhild ihrer Rivalin dabei an den Kopf geworfen?
🧐 Lutherdenkmal: Bei der Enthüllung 1868 waren mehr als 20.000 Menschen dabei. Rund um Luther sitzen drei Frauenfiguren, die Städte der Reformation verkörpern, und jede erzählt mit ihrer Haltung eine eigene Geschichte. Erkennst du, welche Stadt welche ist?
🧐 Unser Geheimtipp, der jüdische Friedhof „Heiliger Sand“: Hier stehen Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert. Der Friedhof gilt als ältester erhaltener jüdischer Friedhof Europas und gehört zum UNESCO-Welterbe der SchUM-Stätten. Zwischen den alten, schief stehenden Steinen wird es schnell sehr still.
Und viele mehr:
📜 Die Sage vom Nibelungenschatz
Nach dem Mord an Siegfried versenkte Hagen von Tronje den Nibelungenschatz im Rhein, damit Kriemhild ihn nicht bekam. Gefunden hat ihn bis heute niemand. Am Rheinufer zeigt eine Figur, wie Hagen den Schatz in den Fluss wirft. Bei einem Spaziergang am Rhein kommst du direkt an ihm vorbei.
😋 Genuss für Entdecker*innen
Worms liegt in Rheinhessen, dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands. Von hier stammt auch der Name eines der bekanntesten deutschen Weine: Die Liebfrauenmilch geht auf die Weinberge rund um die Wormser Liebfrauenkirche zurück. Probier sie am besten beim Backfischfest im Spätsommer, einem der größten Wein- und Volksfeste am Rhein.
💡 Wusstest du schon?
Im Mittelalter schlossen sich die jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz zu einem Verbund zusammen. Sie stimmten sich in religiösen und rechtlichen Fragen ab, und ihre Gelehrten waren weit über das Rheinland hinaus gefragt. Der Name des Verbunds, SchUM, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Städtenamen zusammen: Schin für Schpira (Speyer), Waw für Warmaisa (Worms) und Mem für Magenza (Mainz). Seit 2021 gehören die SchUM-Stätten zum UNESCO-Welterbe, in Worms zum Beispiel der Synagogenbezirk und der Friedhof „Heiliger Sand“.
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